Midori Kuma schaut sich verdutzt um. Er war sich nicht bewusst, dass er ebenfalls an dem Wettbewerb für den Führerschein teilnimmt. Aber jetzt, wo er einen so guten Eindruck gemacht hat, gefällt es ihm und er will weitermachen.
Bob erklärt: »Ihr müsst wissen, dass es absolut verboten ist, Fotos oder Videos von anderen zu veröffentlichen, ohne deren Zustimmung zu haben!«
Dann fährt er fort: »Kann man jemanden, den man in einem Chat kennengelernt hat, persönlich treffen?«
»Jaaaa!«, antwortet Lola, ohne sich die Frage genau angehört zu haben. Als sie aber die enttäuschten Gesichter ihres Vaters und von Midori Kuma, der sich den Kopf kratzt, sieht, errät sie, dass sie zu schnell ›Gas gegeben‹ hat und gegen ein riesiges NEIN ›geprallt‹ ist. Das Smartphone ihrer Träume entfernt sich schneller als ein Gokart.
»Es tut mir leid, Lola, du musst einen Schritt zurückmachen «, sagt Bob und fügt dann hinzu: »Es ist immer schön, neue Freundschaften schließen zu können, und das Smartphone macht es leichter, neue Bekanntschaften zu finden. Man muss aber sehr vorsichtig sein – es gibt böse Menschen, die sich hinter einer falschen Identität verbergen, also vorgeben, jemand anderer zu sein. Das dürft ihr nie vergessen.
« Und schon kommt die nächste Frage: »Wie viel Zeit am Tag darf man mit Videospielen oder mit dem Smartphone spielen?«
»Drei Stunden«, übertreibt Olivia.
»Zwei Stunden?«, rät Peter.
»Na, Kinder, übertreibt nicht. Ich würde sagen, dass in eurem Alter eine Stunde am Tag mehr als genug ist«, stellt Bob klar.
Und sofort fügt er die nächste Frage hinzu: »Wenn ihr mit jemandem chattet, dürft ihr alles schreiben, was ihr wollt?«
»Nein, wir müssen unsere Worte vorsichtig wählen. Sonst könnte man jemanden beleidigen oder verletzen «, antwortet wieder Daniel.
»Du bist wirklich ein Champion«, beglückwünscht ihn Bob. Während Daniel um eine weitere Position vorrückt, fährt Bob mit dem Quiz fort: »Darf ich jemanden in den Social Media, wo niemand meinen Namen erfährt, ich also anonym bleibe, beleidigen?«
»Das tut man nicht, aber ich habe gehört, dass es unmöglich ist, entdeckt zu werden«, wagt sich Lola nicht sehr überzeugt vor.
»Nur der erste Teil deiner Antwort ist richtig, deshalb musst du nicht noch einen Schritt zurückmachen«, sagt Bob.
»Es gibt keine Anonymität im Internet. Es gibt Experten für Internetsicherheit, die jemanden ausfindig machen können, der Beleidigungen oder Drohungen postet. Wenn ihr also eine hässliche Nachricht bekommen solltet, macht euch keine Sorgen. Man kann den Schuldigen aufspüren und einschreiten.« Bob stellt noch einige Fragen und die Antworten sind mehr oder weniger korrekt.
Daniel wird absoluter Sieger, aber Bob beschließt, den Führerschein trotzdem allen zu geben. Auch Midori Kuma bekommt einen Führerschein, er hat ja Bob bei dieser Prüfung unterstützt.
»Kinder, ich glaube, ihr habt gelernt, vorsichtiger zu sein. Es gibt aber noch etwas, was ich euch fragen will, da wir hier auf einer Rennstrecke sind: Würdet ihr eine unbekannte Person in euer Auto einsteigen lassen?«
»Neiiiiiin!«, antworten einstimmig Lola, Peter und alle Piloten.
»Bravo, genauso, wie wir keine Fremden in unser Auto einsteigen lassen, genauso wenig erlauben wir ihnen in unser Leben einzutreten und vor allem wollen wir nicht zu viel Zeit vor diesen Bildschirmen verbringen. Wir wissen alle, dass das fantastische Geräte sind, in gewissen Fällen kann man mit ihnen sogar lernen und viele Themen vertiefen. Manchmal aber verwandeln sie sich in Feinde und sie isolieren uns vom Rest der Welt. Habt ihr gesehen, was mit Max passiert ist? Wenn er weniger Zeit mit dem Smartphone und den Videospielen verbracht hätte, hätte er die Begeisterung für die Dinge, die er immer geliebt hat, nicht verloren.«
Als sie wieder im Hotel sind, tauschen Lola, Peter und Midori Kuma stolz ihre Führerscheine aus, lessen die Namen, die auf den kleinen Kartons stehen und kommentieren die schwierigsten Fragen.
Dann fragt Peter: »Ist Max wirklich so eigenartig geworden, weil er zu viel Zeit vor einem Bildschirm verbracht hat?«
»Erinnert ihr euch, als wir über die unsichtbaren Speisen geredet haben und ich euch sagte, dass es Dinge gibt, die unsichtbar scheinen, aber wirklich Schaden anrichten können?«, fragt Steffen.
»Ja, Onkel. Das hast du gestern gesagt, als wir hierher zur Kartbahn gekommen sind.«
»Richtig, Peter, genau hiervon habe ich gesprochen. Im Kopf von Max sind all diese Stunden wie eine riesige Torte geworden, die ihn so dick hat werden lassen, dass er schwer geworden ist und faul, ohne Kraft und Energie, um noch irgendetwas anderes zu tun. Er will nur ständig diese leckere Torte essen.«
»Es ist, als hätte er den falschen Treibstoff getankt und den Motor kaputtgemacht«, sagt Peter.
In diesem Augenblick klingelt aber das Handy des Jungen. Es ist eine Nummer, die er nicht kennt und jetzt weiß er nicht, ob er antworten soll. Nach all den Warnungen wegen der gefährlichen unbekannten Menschen, ist er besorgt.
»Keine Angst, ich bin ja hier«, beruhigt ihn Steffen.
»Hi, ich bin Olivia! Kannst du den Lautsprecher einschalten, damit mich auch Lola hört?« Die fröhliche Stimme des lustigen Mädchens lässt alle wieder lächeln.
»Was möchtest du uns sagen?«
»Ich bestätige, dass ich ein Genie bin. So ist es. Ich hab eine tolle Idee und für das Rennen morgen organisiere ich gerade eine Wahnsinnsüberraschung. Bereitet euch vor!«, kündigt sie an und legt sofort wieder auf, um nicht zu viel zu verraten.
»Was hat sie wohl vor?« Lola ist ganz aufgeregt.
Midori Kuma kratzt sich zufrieden den Bauch. Er glaubt, dass etwas ganz Besonderes bevorsteht.