Kaspersky Lab veröffentlicht den dritten Teil seiner Artikelserie „Virenschutz für mobile Endgeräte“. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus sind:
- Mit Java-Schädlingen konnten Cyberkriminelle ihren Wirkungsbereich beträchtlich ausweiten. Mittlerweile bedrohen sie damit nicht nur Smartphones, sondern praktisch alle herkömmlichen Mobiltelefone.
- Zwischen 2006 und 2009 hat sich die Zahl der Schadprogramme für mobile Geräte verdreifacht.
- Betrugsversuche mit SMS-Nachrichten werden bei Kriminellen immer beliebter. Diese Art der Bedrohung ist schon seit längerer Zeit zu einem weltweiten Problem geworden.
Zu den Ergebnissen im Detail: Seit dem Erscheinen der ersten beiden Artikel aus der Reihe „Virenschutz für mobile Endgeräte“ sind fast drei Jahre vergangen. Dieser lange Zeitabstand liegt daran, dass die Entwicklung von Viren für mobile Geräte zunächst fast vollkommen zum Stillstand kam.
Smartphones finden in immer mehr Bereichen Verwendung, zum Beispiel im Arbeitsleben, für den Zugang zum Internet und zu Bankkonten sowie zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen. Dies zieht allerdings eine immer größer werdende Zahl von Betrügern an, die daraus finanziellen Profit schlagen wollen.
Doch die Situation bei Mobiltelefonen unterscheidet sich grundlegend vom PC-Bereich, der ganz klar von Windows dominiert wird. Und gerade die Popularität des Betriebssystems ist für die Virenschreiber einer der wichtigsten Faktoren bei der Auswahl des anzugreifenden Objekts. Mittlerweile konnten die Virenschreiber dieses Problem lösen. Die Übeltäter haben darauf verzichtet, Schadprogramme für bestimmte Plattformen herzustellen und richten ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf die Java 2 Micro Edition.
Mittlerweile unterstützen praktisch alle modernen Mobiltelefone und Smartphones Java. Beide sind zudem kompatibel zu Java-Programmen, die aus dem Internet herunter geladen werden können. Mit ihren Java-Schädlingen haben die Virenschreiber die Beschränkung auf eine einzige Plattform überwunden und konnten damit ihren Wirkungskreis beträchtlich ausweiten. Daher sind alle Mobiltelefone bedroht, die Java-fähig sind.
Ende August 2006 gab es 31 Familien und 170 Modifikationen von Schadsoftware für mobile Geräte. Mitte August 2009 registrierte Kaspersky Lab bereits 106 Familien und 514 Modifikationen. Innerhalb von drei Jahren hat sich also die Anzahl der Schädlinge um 202 Prozent erhöht und die Anzahl der Familien stieg um 235 Prozent.
Heute wird am häufigsten der vom Nutzer unbemerkte SMS-Versand an teure Premium-Nummern von Virenschreibern genutzt. Vor drei Jahren existierten nur zwei dieser Schadprogrammfamilien, heute sind es bereits 32. Rund 35 Prozent aller entdeckten Schädlinge für Mobilgeräte versenden derartige Kurzmitteilungen.
Doch Schadprogramme stellen nicht die einzige Bedrohung für Mobiltelefone dar. Unglücklicherweise werden Betrugsversuche mit SMS-Nachrichten bei Kriminellen immer beliebter. Diese Art der Bedrohung ist schon seit längerer Zeit zu einem weltweiten Problem geworden. Trojaner-SMS nehmen unter den Mobiltelefon-Schädlingen aktuell den Spitzenplatz ein. Kurzmitteilungen sind für Autoren mobiler Schadsoftware eine lukrative Möglichkeit, illegale Gewinne zu erzielen.
Als überaus relevant für die weitere Entwicklung von Schadprogrammen erweist sich der gerade beginnende Kampf um den Markt zwischen Netbook und Smartbook. Diese unterscheiden sich darin, dass das Smartbook auf einer völlig anderen Architektur basiert, die eher einem Mobiltelefon ähnelt. Laut Einschätzung der Spezialisten basieren 98 Prozent der Prozessoren für Mobiltelefone einschließlich des Apple iPhones auf der ARM-Architektur. Gleichzeitig könnte das Vordringen von x86-Prozessoren in Haushaltsgeräte das potentielle Angriffsfeld für Viren in bisher nicht gekannter Weise ausweiten.
Die vollständige Version der Analyse ist verfügbar unter: www.viruslist.com/de.
Kaspersky Lab stimmt der Vervielfältigung der Materialien oder Teilen daraus unter vollständiger Angabe der Autorenschaft zu (Autor, Firma, Erstquelle).