In der letzten Zeit sind bei Kaspersky Labs sehr viele eMails von beunruhigten Usern eingegangen. Sie machten sich Sorgen wegen eines neuen, sehr gefährlichen Virus, das sich auf dem jeweiligen Rechner in der Datei SULFNBK.EXE verstecken sollte. Erfreulicherweise handelt es sich in diesem Fall in Wirklichkeit nicht um ein Virus, sondern um einen Hoax.
Der Massenversand von Warnungen vor diesem Virus begann Anfang letzter Woche und hat eine richtiggehende Panik unter PC-Anwendern ausgelöst. Wie im Text der Warnung behauptet wird, ist das Virus in der Datei SULFNBK.EXE enthalten, und soll angeblich am 1. Juni aktiv werden. Wie bei einem Hoax üblich, wird berichtet, dass kein einziges Antiviren-Programm in der Lage sei, dieses Virus zu erkennen. Die beste Methode, um die damit verbundene Gefahr zu eliminieren, sei eine sofortige Löschung der Wirtsdatei.
Die Datei SULFNBK.EXE ist aber absolut harmlos, darüber hinaus, ist es ein Teil des Betriebssystems, das dem Standard-Paket von Windows angehört. Das Programm ist eine Windows-Anwendung und wird zur Erstellung von Sicherheitskopien von Dateien mit langen Namen benutzt. Die Löschung dieser Datei kann das gesamte System beeinträchtigen. Manche Funktionen auf dem betroffenen Rechner können durch diesen Vorgang deaktiviert werden.
Das Standard-Icon dieser Datei sieht wie folgt aus:
Inzwischen hat das renommierte Informationszentrum SecurityPortal.com berichtet, dass seine Spezialisten es geschafft haben, die Original-SULFNBK.EXE zu erhalten und die Ursache der herrschenden Verwirrung herauszufinden. Es hat sich herausgestellt, dass dieses Programm auf dem Rechner des Autors der Warnung tatsächlich von dem Virus Magistr infiziert wurde. Die Prognose von Kaspersky Labs in Bezug auf dieses Virus hat sich inzwischen bestätigt. Es belegt eine der oberen Positionen unter den derzeit meistverbreiteten Viren.
"Wir haben es hier mit einer gut gemeinten Aktion von Benutzern zu tun, die ihre Freunde und Kollegen vor einer eventuellen Gefahr warnen wollten. Bekanntlich haben gute Vorsätze aber manchmal schlimme Folgen: Dieser Versuch, die ganze Welt vor einer realen Gefahr zu warnen, ist in einer Empfehlung resultiert, eigenhändig einen Computerabsturz zu provozieren," erklärte Denis Zenkin, Leiter der Pressestelle bei Kaspersky Labs.