Freie Sicherheits-Software bietet weniger Schutz

04. April 2012
Vergleichstests, Viren-News

Kostenfreie Software kann eine Alternative zu zahlungspflichtigen Programmen sein, wie man zum Beispiel bei Browser, Foto- oder Musikverwaltungsprogrammen sieht. Geht es um Antiviren-Software zeichnet sich ein anderes Bild ab. Dies geht aus einem Test des deutschen unabhängigen Testlabors AV-TEST hervor. Im Vergleich zu Bezahl-Software bietet demnach kostenlose Sicherheits-Software weniger Schutz und löst häufiger Fehlalarme aus, so genannte False-Positives. Die Untersuchung wurde so angelegt, dass sie einem realen Nutzerszenario so nahe wie möglich kommt.

Kostenlose Antiviren-Software erreicht im Endanwenderbereich mittlerweile signifikante Marktanteile. Laut Ergebnissen des russischen unabhängigen Forschungsinstituts O+K zählten Ende des vergangenen Jahres 66 Prozent aller weltweit genutzten Antiviren-Lösungen zur Kategorie 'Freeware' (Stand Oktober 2011). Der unabhängige Vergleichstest von AV-TEST zeigt jedoch, dass kostenpflichtige Antiviren-Produkte besser abschneiden als ihre frei verfügbaren Kollegen. Im direkten Vergleich mit vier führenden kostenlosen Antiviren-Lösungen konnte sich Kaspersky Internet Security 2012 als Sieger des 'Real-World'-Tests durchsetzen.

Reales Nutzer-Szenario getestet

Der Test wurde von AV-TEST zwischen November und Dezember 2011 durchgeführt. Dabei trat Kaspersky Internet Security 2012 gegen vier kostenfreie Antiviren-Lösungen an. Getestet wurde auf mehreren, gleich konfigurierten PCs unter dem Betriebssystem Windows 7 mit Service Pack 1. Alle verfügbaren Updates wurden berücksichtigt. Um ein typisches PC-Testumfeld zu schaffen, wurden beliebte und auch potentiell angreifbare Programme auf den Rechnern installiert. Das Testlabor hat zusätzlich 100 infizierte Webseiten angesteuert, von denen 50 Prozent auf Infektionen per Drive-by-Downloads setzten. Die andere Hälfte enthielt Direktlinks zu infizierten Dateien. Ziel der angelegten Untersuchung war es, ein reales Nutzerszenario so gut wie möglich nachzustellen. Jede Bedrohung wurde nach Testbeginn aktiviert und auf einem sauberen Rechner evaluiert. Die Sicherheitsprogramme enthielten aktualisierte Datenbanken und hatten - wenn möglich - Zugang zum Internet, um zusätzlich Unterstützung von ihren Cloud-basierten Services zu erhalten. Alle Produkte wurden auch auf False-Positives getestet. Dafür wurden knapp 200.000 saubere Dateien verwendet.

Die Tester gewährten der Malware nach Download und Start von Schadprogrammen beziehungsweise dem Besuch einer infizierten Seite eine bestimmte Zeit, um innerhalb des geschützten Systems eine gefährliche Aktionen zu tätigen. Damit wollten sie sich so nahe wie möglich an ein reales Nutzerverhalten annähern. Anschließend wurden die Testsysteme auf Infektionen überprüft. Kaspersky Internet Security 2012 blockierte hier 99 von 100 schädlichen Objekten sowie eine einzeln durchgeführte Malwareattacke. Die Kaspersky-Lösung glänzte zudem auch im False-Positive-Test. Die kostenfreien Wettbewerbsprodukte schnitten durchweg unterschiedlich ab.

Kostenlose Antiviren-Programme im Hintertreffen

Im Schnitt konnten die kostenlosen Programme nicht mit den Ergebnissen von Kaspersky Internet Security 2012 mithalten. Microsoft Security Essentials verzeichnete mit nur 86 blockierten Bedrohungen die schlechtesten Resultate. Avira Free Antivirus 2012 hat 13 Gefahren komplett nicht erkannt und einen Schädling nur zum Teil blockiert. avast! Free Antivirus 6.0 blockierte zwar 95 der schädlichen Objekte, konnte dafür aber fünf überhaupt nicht als solche erkennen. AVG Anti-Virus Free Edition 2012 verfehlte vier Bedrohungen komplett und blockierte fünf andere nur zum Teil. Zwei der vier kostenfreien Produkte haben auch fälschlicherweise saubere Programme als schädlich erkannt: avast! Free Antivirus 6.0 meldete einen False-Positive und AVG Anti-Virus Free 2012 acht Fehlalarme.

'Der Test zeigt, dass man für effektiven und zeitgemäßen Schutz den Bezahlprogrammen mit ihren starken Expertenteams vertrauen sollte', so Oleg Ishanov, Deputy Director of Anti-Malware Research bei Kaspersky Lab. 'Kostenfreie Antiviren-Lösungen kämpfen definitiv auch erfolgreich gegen Schadprogramme, können aber nicht das Höchstmaß an Sicherheit bieten wie bezahlungspflichtige Software. Nutzer von kostenfreien Antiviren-Programmen sollten diesen Aspekt bedenken, vor allem wenn die Kosten für einen Monat bezahlten Viren-Schutz für manche Anwender oft weniger beträgt als eine Tasse Kaffee am Tag.'

Der komplette Testbericht von AV-TEST ist online unter
http://www.kaspersky.com/images/AV_Test_Real_World_Testing_Report-10-139045.pdf verfügbar.

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