Kaspersky Lab sagt die wichtigsten Cybercrime-Trends für 2009 voraus
Heutzutage stellen PC, Laptop und Internet unverzichtbare Begleiter des täglichen Lebens dar. Die persönlichen Daten, die wir auf ihnen speichern, sind allerdings nicht nur dem Besitzer lieb und teuer, sondern vermehrt auch Cyberkriminellen. Kaspersky Lab prophezeit für das Jahr 2009 ein rapides Wachstum von Cyber-Gefahren, wie Online-Betrügereien, Phishing-Attacken, Identitätsdiebstahl und Hacker-Angriffen. Internetnutzern ist also mehr denn je geraten, ihren Besitz adäquat zu schützen.
„Viele Internet-Nutzer sind sich der Gefahren durch Cybercrime nicht bewusst – dennoch wird man leichter als man glaubt selbst Opfer einer Cyber-Attacke“, so Axel Diekmann, Managing Director Kaspersky Lab Central Europe. „Jedes Jahr investiert Kaspersky Lab enorme Ressourcen in die Forschung sowie die Entwicklung von Schutz-Technologien, die es Privatanwendern und Unternehmen ermöglichen, ihre IT-Systeme zuverlässig zu schützen.“
Experten des internationalen IT-Sicherheitsanbieters Kaspersky Lab warnen vor folgenden bedeutenden Cybercrime-Bedrohungen, die im Jahr 2009 auf die Internetnutzer zukommen können:
- Eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Zeit ist die Infektion von Computern über transportable Speichermedien, wie USB-Sticks, CDs und DVDs. Zahlreiche PCs wurden bereits automatisch von solchen Medien mit Crimeware infiziert – oftmals auch nur, weil sich die Nutzer dieser Gefahren nicht bewusst sind.
- Internetsurfen kommt gleich auf dem zweiten Rang der gefährlichsten Tätigkeiten. Kaspersky Lab verzeichnete in letzter Zeit einen rapiden Anstieg von mit Schadcode infizierten Internetseiten. Verschiedenen Quellen zufolge, ist mindestens eine von 300 Seiten aktuell infiziert – andere Schätzungen gehen sogar von einer von 50 Seiten aus. Im Jahr 2006 lag die Zahl der infizierten Seiten noch um ein Zehnfaches niedriger. Dieser massive Anstieg ist auf Virenschreiber zurückzuführen, die im Lauf der Zeit ihre Techniken so verfeinert haben, dass sich Crimeware jedes Mal selbst verändert, sobald sie von einer Internetseite heruntergeladen wird. Eine andere Entwicklung zeigt sich in der Auswahl der infizierten Internetseiten. So werden vermehrt Seiten verseucht, die von den Nutzern eigentlich als vertrauenswürdig eingestuft werden. Kaspersky Lab schätzt, dass im Jahr 2009 mehr als die Hälfte aller Malware auf derartigen Internetseiten platziert wird.
- Das Internet hat den Geldverkehr einfacher und schneller gemacht. Heutzutage ist es gang und gäbe, Finanz- und Bankgeschäfte online abzuwickeln. Diese Entwicklung zieht selbstverständlich die Aufmerksamkeit der Cyberkriminellen auf sich. Kaspersky Lab geht davon aus, dass sich Phishing und Diebstahl von Kreditkarten-Daten im laufenden Jahr noch weiter verbreiten werden.
- In den letzten Jahren finden immer mehr Kinder und Teenager Zugang zum Internet. Aus diesem Grund muss vermehrt Augenmerk auf den Schutz Minderjähriger im Netz gelegt werden. Kindersicherungen, die gefährlichen oder unerwünschten Inhalt filtern, werden daher immer wichtiger.
- Ein Großteil der bisherigen Malware wurde programmiert, um Computersysteme ohne Virenschutz zu attackieren. Mittlerweile haben die Virenschreiber ihre Taktik geändert: Die Experten von Kaspersky Lab gehen davon aus, dass immer mehr Crimeware vermehrt Technologien zum Schutz vor Entdeckung und dem Löschen durch Antivirus-Software enthalten wird. Ebenfalls wird ein Anstieg der Malware erwartet, die speziell geschrieben wurde, um bestimmte Typen von Filtern auszuschalten. Kaspersky Lab sieht für die Zukunft zudem einen Anstieg gefälschter Antiviren-Programme auf uns zukommen. Diese Programme geben vor, den Rechner zu schützen – in Wirklichkeit allerdings „schützen“ sie ausschließlich vor nicht existierenden Bedrohungen und ziehen dem Nutzer damit nur das Geld aus der Tasche.
- Virenschreiber werden auch weiterhin Schwachstellen in Betriebssystemen aufspüren – ein Faktor, der zur Veröffentlichung von Microsoft Windows 7 wieder relevant werden wird. Alternative Betriebssysteme sind allerdings vor Attacken nicht mehr gefeit. Plattformen wie Apples MacOS oder Linux werden immer populärer. Aus diesem Grund kann man über kurz oder lang mit vermehrten Crimeware-Attacken auf diese Systeme rechnen.
Doch statt die oben aufgeführte Gefahren einfach nur zu bekämpfen, glauben die Experten von Kaspersky Lab vielmehr daran, dass Hersteller von Antiviren-Lösungen vermehrt auf neueste Schutztechnologien setzen werden. Proaktive Technologien und Reputations-Dienste, etwa Online-Anfragen an zentralisierte Datenbanken, werden ebenfalls zum Repertoire der Antiviren-Hersteller gehören, wie begrenzte Zugangsrechte beim Herunterladen von Applikationen, Management-Systeme für Sicherheits-Updates und das Führen von Whitelists. Diese Methoden werden die traditionellen, signatur-basierten Antiviren-Lösungen ergänzen – ersetzen können sie diese nach wie vor nicht.
24.02.2009
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