Kaspersky Lab hat einen neuen Schadcode entdeckt, der Geld von Mobil-Accounts stiehlt. Mobiltelefon-Nutzer waren bis dato nicht das erste erklärte Ziel von Cyberkriminellen. Doch die Schonfrist scheint nun vorbei zu sein. In letzter Zeit schleichen sich vermehrt Trojaner, Viren und Spam in die mobile Welt ein.
In der Vergangenheit hatten hauptsächlich russische Anwender mit Bedrohungen für ihre Mobiltelefone zu kämpfen. Letzte Woche allerdings hat Kaspersky Lab ein neues Schadprogramm für Symbian-Handys entdeckt, das Kunden eines indonesischen Netzbetreibers attackiert. Symbian ist eines der am meisten verbreiteten Betriebssysteme für Mobiltelefone. Der Trojaner ist in der Programmiersprache „Python“ geschrieben und sendet automatisiert SMS-Nachrichten an eine Kurzwahlnummer mit der Anweisung, einen bestimmten Geldbetrag vom Account des Opfers auf den der Cyberkriminellen zu transferieren. Aktuell greifen die entdeckten Modifikationen des Trojaners ausschließlich die Kunden des indonesischen Netzbetreibers an. Diese Art von Betrug sei aber auch weltweit denkbar, so die Experten von Kaspersky Lab. Voraussetzung hierfür sei nur, dass die Netzbetreiber eine ähnliche Methode der Geldüberweisung (per simpler SMS) von Mobiltelefon zu Mobiltelefon anbieten.
„Offensichtlich geht es den Cyberkriminellen, die diesen Trojaner verbreitet haben, bei ihren Machenschaften vor allem darum, Geld zu verdienen”, sagt Denis Maslennikov, Senior Malware-Analyst bei Kaspersky Lab. „Bis heute dachten die meisten Leute, sich einen Schadcode per SMS einzufangen, wäre ein rein russisches Phänomen. Nun allerdings müssen wir feststellen, dass dieses Problem nicht mehr nur Russen betrifft: es ist auf dem Weg, eine internationale Angelegenheit zu werden.“
Kleine Beträge – Riesenverluste
Insgesamt sind bis jetzt fünf verschiedene Varianten von Trojan-SMS.Python.Flocker bekannt – von .ab bis .af. Die Geldbeträge, die durch ihn transferiert werden, sind – einzeln gesehen – kaum der Rede wert und bewegen sich zwischen 35 und 70 Euro-Cent. Man muss allerdings davon ausgehen, dass die Cyberkriminellen, die hinter dem Trojaner stecken, eine Unmenge an Mobiltelefonen infizieren. So kommt eine nicht unerhebliche Gesamtsumme zusammen.
Nutzer von Kaspersky Mobile Security 7.0 sind vor dem neuen Trojaner geschützt. Das Kaspersky-Lab-Produkt blockiert die Ausführung der Malware und schützt sowohl das Geld, als auch die Identität des Users. Kaspersky Lab empfiehlt Mobiltelefon-Nutzern, beim Online-Surfen mit einem Mobil- oder Smartphone besonders achtsam zu sein und die Antiviren-Datenbanken immer auf dem neuesten Stand zu halten.