Virus.Multi.Bi.a ist nicht der erste Crossplattform-Virus
Einige Medien waren ungenau beim Abschreiben eines Weblog-Eintrags der Virus-Experten von Kaspersky Lab, in welchem es um das Auffinden eines erneuten Crossplattform-Virus ging.
Wir erachten es deshalb für notwendig, eine Erklärung abzugeben.
Einige Medien werfen Kaspersky Lab derzeit vor, durch eine Meldung zum Cross-Plattform-Virus "Virus.Linux.Bi.a"/"Virus.Win32.Bi.a" Fehlinformationen verbreitet zu haben. Das Unternehmen hätte demnach behauptet, es handle sich bei "Bi" um den ersten Virus, der in der Lage ist, auf mehreren Plattformen gleichzeitig aktiv zu sein.
Kaspersky Lab hat jedoch weder eine Meldung zu diesem Proof-Of-Concept-Virus verbreitet noch vor ihm gewarnt. Es handelt sich lediglich um einen Eintrag im "Analysts' Diary" auf www.viruslist.de, der besagt, dass die Experten des Unternehmens "die ersten Exemplare eines neuen Virus" entdeckten, der einen "erneuten Versuch" darstelle, "gleichzeitig auf mehreren Plattformen" aktiv sein zu können.
Davon, dass es sich bei "Bi" um den ersten Cross-Plattform-Virus handelt, vor dem darüber hinaus gewarnt werden müsse, war nie die Rede. Diese Aussage wurde Kaspersky Lab in den Mund gelegt. Der Weblog-Eintrag kann hier nachgelesen werden: http://www.viruslist.com/de/weblog?weblogid=183342565.
Eugene Kaspersky, Leiter der AntiVirus-Forschung des Unternehmens erklärt: "Es sind mindestens zwei Viren bekannt, die sich wie "Bi" verhalten, also in der Lage sind, gleichzeitig Windows als auch Linux-Systeme zu infizieren. Sie wurden bereits vor einigen Jahren entdeckt und in unseren Antivirus-Datenbanken ergänzt. Diese Viren erhielten die Namen Virus.Multi.Pelf.2132 und Virus.Multi.Etapux.
Alle drei Schadprogramme sind sogenannten Proof-of-Concept - konzeptionelle Schadprogramme, die lediglich die Möglichkeit ihrer Existenz demonstrieren. Eine praktische Anwendung hat keiner dieser Viren."