Auswahl aus Spam-Test Nr. 6, 25.07.2003


Auswahl aus Spam-Test Nr. 6, 25.07.2003


Kann man sich gegen Spammer beschweren?

Jevgenij Jechiljewskij
Leiter der Promotion-Abteilung des Unternehmens
Internet-Projekty
Als die Spammer noch echte Adressen benutzten, konnte man sich beim Provider beschweren, bei welchem die jeweilige eMail-Adresse registriert war. Der Provider schloss dann die Mail-Box, und der Spammer hatte vorübergehende Schwierigkeiten.
Seitdem hat sich vieles verändert. Man kann von einer gewöhnlichen Mail-Box keine eMails in größerer Anzahl versenden, und gleichzeitig sind die Spammer viel schlauer geworden. Der Spam wird massenweise von fingierten Absenderadressen aus verschickt sowie von speziellen Servern. Es ist ziemlich schwer geworden, die Quelle festzustellen und praktisch unmöglich den Inhaber ausfindig zu machen.
Bei wem kann man sich dann gegen Spam beschweren, wenn die Provider nichts mit dem Massenversand von eMails zu tun haben? Da die überwiegende Anzahl von Spam kommerzielle Ziele verfolgt, ist in sehr vielen eMails dieser Art eine Adresse einer Web-Seite mit Werbung enthalten. Diese Web-Seite liegt auf einem Server eines Hosting-Providers, und dieser Provider muss Web-Seiteninhaber bestrafen, welche für Reklamezwecke Spam benutzen. Allerdings kann der Provider entweder nichts darüber wissen, dass Spam versandt worden ist oder die Augen schließen, bis Beschwerden eingehen. (Denn für das Hosting bezahlt der Kunde ja). Deshalb ist es ein völlig normales Verfahren, dem Provider Beschwerden über solche Web-Seiten zukommen zu lassen.

Das Vorgehen dabei sieht folgendermaßen aus:

  1. Gehen Sie auf die Site einer der Dienste, die Informationen über registrierte Domains enthalten
  2. Geben Sie den Nehmen der Web-Seite ein, die in Spam-Mails genannt wird.
  3. Suchen Sie nach Informationen über den Hosting-Provider; Name, Telefon und eMail-Adresse. Über die eMail-Adresse kann immer auch die WWW-Adresse des Providers herausgefunden werden.
  4. Schreiben Sie eine eMail an diesen Provider und legen Sie im Anhang die Spam-Mails bei (in den Formaten *.msg oder *.eml). Die in der Spam-Mail enthaltenen Links auf die Web-Seite sind der wichtigste Beweis für eine Verbindung zu den Spammern.
Was den Text der Beschwerde-Mail anbetrifft, so vermeiden Sie besser Beschimpfungen, Vorwürfe und Drohungen. Teilen Sie dem Provider über die Verstöße gegen die Ordnung seitens einer seiner Nutzer mit, welche Ihnen Schaden zufügen. Denken Sie daran, dass Sie damit nicht nur sich selbst helfen, sondern auch dem Provider. Denn die Aktivitäten von Spammern sind nicht voraussehbar und können dazu führen, dass das Netzwerk des Providers in Anti-Spam-Datenbanken, in Schwarze Listen und Filter eingetragen werden. Und einen solchen Schaden wiegen die Zahlungen für die Hosting-Gebühren der Spammer-Site nicht auf.

Fragen von Lesern:

Frage:
Bei der Registrierung für gute Programme muss man oftmals seine eMail-Adresse angeben. Anfangs geht alles gut (Antwort-Mail mit Code), doch nach ein paar Tagen geht von Registrationsserver eine Spam-Lawine aus. Dabei wechseln sie etwa einmal pro Monat die Adresse, und man muss die Filter neu einstellen. Was kann man tun, um das Programm zu bekommen, doch gleichzeitig nicht zugemüllt werden? Antwort:
Gewöhnlich muss man beim Registrieren für das Programm einen Fragebogen ausfüllen und seine eMail-Adresse angeben. Doch oft bemerken wir beim Ausfüllen ein kleines Feld irgendwo in einer Ecke nicht, welches, wenn wir es nicht ankreuzen, unser Einverständnis bedeutet, Meldungen über neue Versionen sowie zu bestimmten Themen zu erhalten. Wenn das Programm tatsächlich gut ist, so gibt es beim Registrieren mit ziemlicher Sicherheit eine solche Option. Die Entwickler sind meist um ihren Ruf besorgt und verschicken keinen dreisten Spam. Allerdings sind sie meistens schlau, und stellen das Feld mit der Option, keine Mails zu erhalten, irgendwo hin, wo es übersehen werden kann. Wenn Sie es tatsächlich übersehen haben sollten und nicht wissen, wie sie sich von der Liste streichen lassen können, dann bleibt einem nur noch das Filtern dieses Spams übrig, und in Zukunft sollte man mehr Vorsicht walten lassen.

Frage:
Ich erhalte oft Spam, bei dem im Feld für den Adressaten, nur der Teil meiner Adresse bis zum Klammeraffe steht, oder gar nichts. Und die meisten Spam-Mails sehen so aus. Die wissen ja nicht mal wie ich heiße! Antwort:
Ja, Sie haben Recht, das ist eines der indirekten Merkmale von Spam. Und die meisten Spam-Filter enthalten eine solche Regel zur Identifizierung von Spam, doch man sollte sie mit Vorsicht benutzen, da auch notwendige Mails u.U. so aussehen können; bei Fehlern der Mail-Systeme, beim Versenden von Mails durch einen Roboter (z.B. darüber, dass Sie kein Geld mehr auf Ihrem Konto haben oder dass eine Mail von Ihnen nicht angekommen ist).

Frage:
Ich würde gerne wissen, weshalb Spammer am Ende der Betreffzeile ein Durcheinander von Buchstaben hinschreiben, wie etwa qklfhswpfhufkf?
Antwort:
Diese Methode wird Random-Generator genannt. Gewöhnlich wird sie dazu benutzt, um Spam-Filter hinters Licht zu führen, die auf genaue Signaturen der Mail eingestellt sind. Jede Mail, die vom Spammer abgeschickt wird, unterscheidet sich durch diese Zufallsabfolge etwas von den anderen, und Spam-Filter, die sich nach genauen Mustern richten, können sie nicht erkennen. Manchmal werden solche Sequenzen massenweise auch in den Textkörper direkt eingesetzt, manchmal in unsichtbarer oder sehr kleiner Schrift u.a.
Außerdem können solche Zufallsabfolgen zur Identifikation des Empfängers benutzt werden. Beispielsweise, wenn Sie auf eine solche Mail antworten, dann kann somit auch ermittelt werden, welche Adressen in der Spam-Datenbank aktiv sind und auf die Spam-Mails reagieren.

31.10.2003