Auswahl aus Spam-Test Nr. 1, 25.06.2003


Auswahl aus Spam-Test Nr. 1, 25.06.2003

Woher haben Spammer Ihre Adresse?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten: 1. Adressenrecherche über einen Suchroboter. Adressen werden gewöhnlich über einen Suchroboter (auch 'Spinne' genannt) recherchiert. Er durchsucht die Internet-Seiten und eMails auf Nachrichten-Servern (Usenet News) und erkennt dort verzeichnete Adressen (wie z.B. webmaster@domain.ru, info@site.com, sales@magazin.ru u.a.). Spider-Software ist leicht erhältlich und kann schnell geschrieben werden.
In der letzen Zeit haben Seiteninhaber begonnen, Adressen von Verkaufsabteilungen und Feedback mit verschiedenen Mitteln zu verstecken. Dabei wird der Roboter (aber nicht der Besucher) durch eine Abbildung der Adresse als Grafik, den Ersatz des Symbols @ durch das Wort 'ad' usw. in die Irre geführt.
2. Manuelle Recherche. Manchmal stellen Spammer billige Arbeitskräfte (z.B. Studenten) zur manuellen Recherche von Adressen auf Firmenseiten ein. Vorausgesetzt man kann die Studenten kontrollieren, ist diese Art der Recherche zwar langsam und teuer, dafür aber qualitativ recht hochwertig. 3. Kreative Recherche. Viele Adressen lassen sich über eine Domäne der 2. Ebene @site.com mit den häufigsten Schlüsselwörtern, z.B. 'sales, info, webmaster, support, admin, marketing, team, all etc. oder mit den häufigsten Vor- und Nachnamen (Christian, Alex, Stephan, Meier, Mueller, Steiner etc....) herausfinden. Die Adressen der meisten Anwender sind in der Regel nicht sonderlich einfallsreich. So erhält man Adressen durch simple Kombinatorik: aaa@mail.ru, aab@mail.ru, aac@mail.ru, .... oder sasha@mail.ru, sasha1@mail.ru, sasha2@mail.ru, ... oder info@domen1.ru, info@domen2.ru, ...
Diese Adressen sind nicht allein für Inhaber, sondern auch für Spammer sehr bequem. Zunächst wird eine automatische Recherche für alle Mailboxes der gängigsten kostenlosen eMail-Services wie HotMail, Yahoo!, Rambler, Yandex, HotBox etc unternommen. Benutzer solcher Dienste können bereits heute an der Adressenliste vieler Spam-Mails erkennen, dass die Spammer bereits vollkommen irrationale Kombinationen verwenden um an wirkliche Adressen zu kommen.
4. Erwerb von Adressen. In der Regel begeben sich Spammer nicht selbst auf Adressen-Recherche, sondern kaufen ganze Adressen-Datenbanken. Der Markt für Spam ist herangereift und teilt sich zusehends in Einzelkämpfer an der unsichtbaren Front und infrastrukturell gut positionierte Firmen auf.

Überblick über Mittel zum Kampf gegen Spam

In den Massenmedien werden in letzter Zeit verschiedene Mittel zum Kampf gegen Spam angeboten. Teilweise preisen ihre Autoren sie als revolutionäre Lösungen an. Man kann sie folgendermaßen klassifizieren:
  • Juristische Mittel. Verabschiedung eines Gesetzes gegen Spam, die Übeltäter finden und verurteilen. Schaffung eines staatlichen Organs zur Ermittlung und Verfolgung von Spammern mit einer Kooperationspflicht für Provider. Berechtigung für Provider die Post nach ihrem Ermessen zu filtern.
  • Soziale Mittel. Änderung der Modi von 'Senden' und 'Empfangen' von eMails (Einführung von kostenpflichtigen elektronischen Briefmarken (E-Stamps), Sendebestätigung usw.). Spam von der Prozedur her unmöglich und ökonomisch unrentabel machen. Schaffung einer Gemeinschaft zur Verfolgung von Spammern.
  • Technische Mittel. Filterung von Spam mithilfe technischer Mittel auf Server- und Client-Ebene.
  • Werbung. Der Menschheit erklären wie übel Spamming ist.

31.10.2003