Informationsnetzwerk INSAFE in Prag gegründet
Im Rahmen eines mehrjährigen EU-Gemeinschaftsprogramms zur Förderung der sicheren Nutzung des Internet und neuer Online-Technologien gründeten in Prag Projektgruppen und Institutionen aus 14 EU-Staaten das Informationsnetzwerk INSAFE.
Es soll zur Koordination zwischen den nationalen Projekten dienen, die zur Steigerung des Sicherheitsbewusstseins bei der Internetnutzung im Bildungsbereich ins Leben gerufen wurden.
Das Internet und neue Technologien werden immer stärker genutzt. Der Anteil an privaten Internetzugängen wächst, und selbst wo Kinder zuhause keinen Zugang haben, so sind sie in der Schule doch 'online'. Inzwischen verfügen mehr als 42% aller Haushalte und über 90% aller Unternehmen und Schulen über einen Internetanschluss.
Nach einer neueren Erhebung im Rahmen eines der über das laufende Programm finanzierten Sensibilisierungsprojekte, die sich auf Dänemark, Irland, Island, Norwegen und Schweden erstreckte, haben 97 % aller Kinder im Alter zwischen 9 und 16 Jahren in diesen Ländern bereits einen Computer benutzt.
4 von 10 Kindern, die über das Internet gechattet haben, erklären, dass sie von
Personen um eine persönliche Begegnung gebeten wurden, die sie nur über das Netz kannten. 14 % der Kinder haben sich mit jemandem getroffen, dem sie zunächst im Netz begegnet waren - aber nur 4 % der Eltern glauben dies von ihren Kindern.
44 % aller Kinder, die das Internet nutzen, haben zufällig oder gezielt pornografische Webseiten besucht. Ein Viertel hat über das Netz pornografisches Material erhalten.
30 % der Kinder haben Webseiten mit Gewaltdarstellungen gesehen, während nur
15 % der Eltern dies von ihren Kindern glauben.(EU-Aktionsplans zur sicheren Internetnutzung)
Die steigende Internetnutzung durch Kinder wird ihnen entsprechende Vorteile
bieten, birgt aber auch das Risiko von 'Begleitschäden'.
Das lawinenartige Anwachsen unerwünschter elektronischer Nachrichten (Spam) hat einen Punkt erreicht, an dem es zu einem großen Problem für die Entwicklung des elektronischen Geschäftsverkehrs und der Informationsgesellschaft wird. Ein
bedeutender Anteil der Spam-Nachrichten besteht aus Werbung für pornografische Produkte,wovon einiges eindeutig illegal ist. Bald dürfte mehr als die
Hälfte des weltweiten elektronischen Nachrichtenverkehrs aus Spam bestehen.
INSAFE soll den nationalen Projekten beim Informationsaustausch und bei der Präsentation in der Öffentlichkeit helfen. Dazu sollen unter anderem "die Entwicklung einer dreisprachigen europäischen Schnittstelle für Informationen, Werkzeuge und Ressourcen, ein regelmäßiger Newsletter mit aktuellen Informationen über wichtige Themenbereiche und eine europaweite Begutachtung entstehender Risiken und innovativer Schutzmechanismen" dienen.
Federführend ist das European Schoolnet. INSAFE ist Teil des EU-Aktionsplans zur sicheren Internetnutzung und wird vom Europarat finanziell gefördert.
Quellen:
Kommission der Europäischen Gemeinschaften 'Vorschlag für eine
ENTSCHEIDUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
über ein mehrjähriges Gemeinschaftsprogramm zur Förderung der sichereren Nutzung
des Internet und neuer Online -Technologien'
Heise Security News